Am Aletschgletscher
Wir haben einen Wanderurlaub am Aletschgletscher geplant. Ein Naturerlebnis im Wallis soll es werden.
Der Standort, unser Quartier ist Fiesch. Es ist für uns der zentrale Ausgangspunkt. Der Ort liegt an der Fahrstraße zum Grimsel, Furka und Nufenpaß.
Bereits am nächsten, frühen Morgen leuchten die Bergspitzen in der Sonne.Eilig packen wir den Rucksack, etwas Verpflegung und Getränke. Anorack, Wanderstiefel und gut sitzende Socken, damit es keine Blasen gibt. Wir steigen in die erste Kabinenbahn zur Fieschalp. Hier oben erleben wir, was eine traumhafte Bergkulisse ist. Unser Blick geht hin zu den einzigartigen Viertausender des Wallis. Eine Gletscherwelt und überwältigend, unverkennbar tritt das Matterhorn hervor.
Langsam marschieren wir in Richtung Bettmerhorn und wählen unterhalb des Gipfels den Wanderweg zum Aletschgletscher. Üppig rot blühende Weidenröschen, sowie roter Enzian säumen den breiten Pfad. Große sichtbare Steinmännchen (aufgeschichtete Steine) am Weg zum Gletscher und weiter geht es zum Märjelensee. Wir stehen auf dem höchsten Punkt und sehen auf den langen dahin ziehenden Aletschgletscher. Die Antrengung hat sich gelohnt. Er ist der längste Gletscher der Alpen (24 km). Zwei breite Geröllspuren bedecken einen Teil vom Eis. Ein kurzer Blick noch zurück auf die Viertausender von Zermatt und Saas Fee, ehe wir vor uns das Berner Oberland mit dem Bietschhorn und dem Jungfraujoch erblicken.
Jetzt legen wir erstmal eine Pause ein, holen das Frühstück aus dem Rucksack, genießen diesen einzigartigen Tag. Einige Zeit rasten wir, bestaunen diese Bergkulisse. Da wir aber noch zum Märjelensee wandern wollen, müssen wir wieder aufbrechen. Die Wanderung setzen wir beschwingt fort. Wie aus heiterem Himmel, schrilles Pfeifen der Murmeltiere. Doch sehen können wir sie nicht.
Kleine Seen am Weg entlang, mit Wollgras in voller Blüte. Immer wieder drehen wir uns um, blicken wir zurück. Überraschend taucht der alte Avenwald am Ende des Gletscher auf.
Mittlerweile haben wir Durst. Unsere Getränkeflasche ist leer, so kehren wir in die Hütte Gletscherstuben ein. Uns schmeckt das kühle Glas Panasche (Bier m. Sprite). Schnell vergeht die Zeit, es ist spät, sodass wir die letzte Kabinenbahn nach unten nehmen müssen.
Dabei planen wir für den nächsten Tag. Wir wollen wieder frühzeitig aufstehen.
Es soll von Fiescheralp, Bettmeralp und Riederalp über die Höhen gehen. Die Bergbahnen kann jeder benutzen, besonders die, die nicht so gut zu Fuß sind. Wir allerdings wandern, es ist brütend heiß. In meinen Bergstiefel werden die Füße feucht. Ich rutsche hin und her. Inzwischen haben sich unglaublich große Blasen an beiden Haken gebildet. Jammernd sitze ich am Abhang. Direkt in dem Moment, als mein Mann Pflaster aus dem Rucksack holt, höre ich ein Geräusch. Ein Auto ist auf dem Weg nach unten. Spontan springe ich auf, winke und der nette Bergbauer hält an.
Ich darf vorne sitzen, zusammen mit seinem Hund. Mein Mann steigt auf die Ladefläche, ins frisch gemähte Gras. Glücklich kommen wir wieder in Fiesch an. Eine Wanderung kann auch so sein Ende finden.