Rügen
Wandern von Sassnitz bis zum Königsstuhl am Kreidesteilufer entlang, haben wir wie in den vorausgegangenen Jahren, wieder auf unserem Urlaubsplan.Unweit vom Sassnitzer Hafen richten wir unsere Blicke nach unten auf das Geröllfeld. Hier heißt es langsam gehen und sich Zeit nehmen. Wir sind sogenannte Strandwanderer mit festem Schuhwerk. Gleich entdecken wir unseren Sammeltrieb. In diesem Jahr wollen wir kleine Hühnergötter sammeln und so suchen wir ganz intensiv. Zudem ist das ständige Aufrichten und Bücken auch Gymnastik an frischer Luft der Ostsee und gesund.
Das Sammeln von Fossilien am Strand für den eigenen Bedarf ist erlaubt. Die kleinen schwarz-weißen durchlöcherten Steine, sogenannte Glücksbringer, möchte ich auf ein Lederband fädeln und als Kette um den Hals tragen. Wir bemerken dass unsere Ansprüche recht groß geworden sind und so wird nicht jeder Glücksbringer mitgenommen.<
Nach einigen Kilometern an der Steilküste entlang stehen wir plötzlich vor einem riesigen Feuerstein, einen Sassnitzer Blumentopf—-.In der Mitte ein durchgehendes Loch mit glattem Innenwand. Er ist ca. 25 Kg. schwer.
So einen prachtvollen Blumentopf im Garten zu haben, ist ein Traum von mir. Das Entwenden so großer Feuersteine ist im Nationalpark Jasmund nicht erlaubt. Der Anblick des Steines hat uns verzaubert. Ein Foto wird gemacht zur Erinnerung. Vielleicht sehen wir den Feuerstein im nächsten Jahr wieder—-wenn, ja wenn die Ostsee mit den Herbststürmen ihn nicht zurück ins Meer holt. Jetzt bummeln wir wieder weiter und blicken oftmals zurück. Dann entdecken wir weiße runde Steine. Steine—-nein es ist die Kreide die durch das Auf und Ab der Wellen rund gemahlen sind. Ein paar Kugeln stecken wir ein um sie zuhause als Malkreide zeigen zu können. Inzwischen sind wir an den Wissower Klinken angekommen. Hier wird Pause gemacht, essen und trinken, Verpflegung aus dem Rucksack. Unser platz ist ein, vom Wasser geglätteter Baumstamm, der angetrieben ist und schon viele Jahre hier liegt. Wir schauen über die ruhige Ostsee. Am Horizont sehen wir eine Fähre. Wir sind still geworden. Jeder von uns lässt seinen Gedanken freien Lauf und die Seele baumeln.
Wie schön und friedlich die Welt doch sein kann. Ein Blick auf die Uhr, wir müssen aufbrechen und nun auch schneller gehen. Wir haben noch einen längeren Fußweg vor uns und es darf nicht zu spät werden.Am Königsstuhl angekommen führt eine stabile Holztreppe nach oben zum Hochufer. Es sind viele Stufen—wir haben nicht gezählt. Zum Glück erreichen wir noch den letzten Bus nach Sassnitz. Unsere Beine lassen uns die Tour ein wenig spüren. Mit festem Schuhwerk und gutem Wetter eine lohnende empfehlenswerte Wanderung.
Empfehlenswerter ist allerdings, wenn man mit dem Bus zum Königsstuhl fährt, die Treppe nach unten geht und in Richtung Sassnitz wandert.